Yarlung und Yamdrok, die Flüsse und Seen südlich von
Lhasa
Nach 11 Tagen in der Hauptstadt war es höchste Zeit, wieder in die Natur hinauszukommen. Auch auf dieser Strecke besuchten wir wiederum ein paar Klöster, doch davon wollen wir hier nicht im Detail berichten, denn wir sind keine Pilger, und für uns Laien sehen die Inhalte der Klöster schon bald einmal alle (fast) gleich aus.
Der Yarlung Tsampo ist der Oberlauf des Brahmaputra. Ein grosser Fluss, der 60km südlich des Mt. Kailash entsteht, nördlich des Himalaja gegen Osten fliesst, auf seinem Weg immer weitere Flüsse in sich aufnimmt, und dann im östlichen Auslauf des Himalaja diesen durchbricht und schlussendlich durch Bangladesch in den Golf von Bengalen fliesst. Hier, südlich von Lhasa breitet sich der Fluss über das ganze Tal aus, dabei erreicht er eine Breite von bis zu 2km. Er führt immer sehr viel Sand, Erde und Gestein mit sich und ist daher immer braun.
Wir fuhren dem Wasserlauf entlang bis Tsetang, besuchten die Klöster Dorje Drak, Mindroling und Samye und genossen vor allem die Landschaft mit den vielen Sanddünen (die irgendwie nicht in unser Bild von Tibet passen wollen) und die Flussfahrt über den Yarlung Tsampo zum Kloster Dorje Drak hinüber.
Der Yamdrok Yumtso ist ein riesiger See auf 4340m Höhe, den man über einen Pass von Norden her erreicht. Er ist bekannt für seine intensive Türkis-Farbe, und wir wollten dort ein paar Tage Pause machen. Leider war das Wetter recht ungünstig, die schöne Farbe des Sees konnten wir nur ein paar kurze Momente geniessen. Auch mit dem Fischen wollte es nicht so recht klappen, eine einzige Forelle(?) ging an den Haken.
Die Chinesen haben den See zum Betrieb eines Wasserkraftwerkes angezapft. Auf den ersten Blick lukrativ. Aber beim Vollbetrieb des Kraftwerkes wäre der See in 20 Jahren leer, und damit das ganze Ökosystem in dieser Gegend dahin. Scheinbar haben sie jetzt damit begonnen, wieder Wasser hinaufzupumpen (analog Grimsel, mit Nachtstrom aus Atomkraftwerken?), genaue Informationen haben wir aber nicht.
Am Yarlung Tsampo
entlang nach Tsetang

Zu jeder Brücke gehören
natürlich Gebetsfahnen Der
Fluss sieht schon mehr nach einem See ist

Der Pinz am Haken: Die
Benzinpumpe wollte nicht mehr richtig, Tunnelportal
nach chinesischer Art, wie würde sich das am
doch Günther bekam es wieder
in den Griff Gotthard
machen?

In der Talebene des Yarlung
Tsampo werden intensiv Bäume Sanddünen
auf der anderen Seite des Flusses
Angepflanzt, mit Erfolg, über
weite Teile ist das Tal bereits grün

Wenn die Schweizer Touristen
schon ein Boot chartern (CHF 16.- für Dorje
Drak, am Fusse des Hügels
Hin und zurück) dann reiten
die Einheimischen natürlich gerne
(und gratis) mit

Hier wird die Aussenwand in
Dorje Drak wieder einmal aufgefrischt. Warum wird denn der Boden, die schwarzen
Fensterrahmen,
die Scheiben, die farbigen
Tür- und Fenstervorbauten auch weiss?

Ganz einfach: Anstelle der
mühsamen Arbeit mit Pinsel Für
die nachträgliche Reinigung ist er zuständig!
und Rolle wird die Farbe mit
einem Becher an die Wand
geschmissen, da kann halt dann
schon mal etwas
daneben gehen!

Dieser Furcht erregende
Beschützer im Kloster Dafür
hier ganz friedlich: Glücklich mit einfachstem
Dorje Drak hatte es Laura
besonders angetan Spielzeug

Ein Mönch an der Maschine und
Laura am Steuer, ob das Neben
Passagieren werden nach Bedarf auch Landrover,
gut kommt? Traktoren
und anderes Gefährt hinübergeschippert.

Es ist Erntezeit, überall wird
geschnitten, zusammengestellt Auf
dem Dreschplatz im Dorf: Mit der Steinrolle werden die
und in die Dörfer gefahren Körner
aus den Ären herausgelöst

Für einmal treibt der
Universalmotor einen Ventilator an Wie
vor x-hundert Jahren werden die Körner von der Spreu getrennt

Hin und wieder muss man sich
von der Hitze und dem Staub Hier
ein Endprodukt der Ernte: Ein Mönch macht mit Gerstenmehl
Erholen und
Wasser den traditionellen Zampa-Brei für die Mönche bereit.

Wie bei den Menschen: Die
einen arbeiten hart, die anderen lassen es sich gut gehen

Wieder einmal treffen wir Maja
und Marcel, mit der Fahrrad seit Dem
Fluss entlang auf dem Weg zum Kloster
Samye
bald 2 Jahren auf der Hochzeitsreise
unterwegs. Ihre Abenteuer
findet ihr auf www.2bices1world.ch


2 Yaks in den Sanddünen Früher
eine Burg, dann umfunktioniert in ein Kloster. Nicht speziell, …

…. aber der Ausblick über das
Tal war lohnend. Wer
nicht zur Burg/resp. Kloster hinauflaufen will, kann sich ein
Kamel oder ein Pferd mieten.
Am Yamdrok Yamtso -
See

Auf dem Kamba La-Pass (4640m)
werden die Touristen sofort Ein
erster Blick auf den Yamdrok-See
von den Souvenirverkäufern belagert,
etwas unschön, aber
heutige Realität.
Im Hintergrund grüsst der
Nochin Kansang (7138m) Bereits
am ersten Abend den ersten Fang, leider war es gleich
auch der letzte!

Schöner Campingplatz am See

Bei einer Fahrt entlang dem See
begegneten wir dieser Prozession zu Ehren des verstorbenen Panchen-Lama Alle Teilnehmer der Prozession

waren ganz speziell
herausgeputzt, etwas, das man bei der einheimischen Bevölkerung sonst eher
nicht antrifft. Auf dem Tragräf
Tragen die Frauen die
Gebetsbücher, aus denen unterwegs vorgelesen resp. -gesungen wird. Ob Reiter,
Pferd oder Frauen, alle sind

Auf beste zurechtgemacht.

Vertauschte Rollen, wir werden
beobachtet ….. doch
auf dem „Campingplatz“ sind wir ungestört

Am letzten Tag am See sehen
wir dann doch noch seine schöne Türkisfarbe

Es entstehen überall neue
Gebäude, das schöne dabei: Alle sind
gleichen Stil wie die
traditionellen alten Häuser.

Und überall auf den Hügeln
gibt’s schönen Blumenschmuck.
Durchs Yarlung
Tsangpo-Tal nach Shigatse

Hier schiesst das Wasser des
Yamdrok 800m in die Tiefe auf die
Turbinen im Yarlung Tsangpo -
Tal

Die Gewalt des Wassers ist in
der Schlucht enorm Die
Chinesen wollen bis in 3 Jahren hier auch noch
die Verlängerung der Eisenbahnlinie von Lhasa
nach
Shigatse realisieren!

Nur mit zahlreichen
aufwendigen Kunstbauten zwängt Jede
Möglichkeit für den Anbau von Getreide wird genutzt
sich die Strasse neben dem
Wasser durch die Schlucht.

Mit solchen Booten aus
Holzgestell und Leder wird auch heute noch (2006!) an verschiedenen Stellen ein
Fährdienst über den
reissenden Fluss betrieben

Von Lhasa haben wir über eine
Schule für Blinde berichtet. Hier kurz vor Shigatse baut diese Schule jetzt
einen Farmbetrieb (auf einem
Gelände, das ehemals dem
Militär und dann dem Schweiz. Roten Kreuz gehört hatte) auf, um den Blinden
neben schulischem Wissen
auch praktisches mitzugeben.
Zur Farm gehört auch eine Käserei, wo wir uns unverhofft wieder mit Butter und
Käse eindecken konnten.
Links: Das war einmal der
Kinosaal für das Militär, die Blinden- Rechts:
Eine Lehrerin, zuständig für Stricken und Teppichweberei,
Schule will hier eine
Turnhalle realisieren. Das
Gebäude im Hintergrund ist die Käserei
Gruppenbild mit Mike, einem
kanadischen kath. Priester, der
hier seit Jahren praktisch
Arbeit leistet.