Von Golmud nach Lhasa
Gleich nach Golmud beginnt die Strasse zu steigen, es geht in die Berge. Nach der Tiefebene von Turfan gehen wir dem anderen Extrem entgegen, auf der Strecke nach Lhasa werden wir mehrere Pässe mit über 4500 MüM, der höchste wird 5232 MüM sein, überqueren. Am 1. Juli 2006 wurde die Eisenbahnstrecke von Golmud nach Lhasa eingeweiht. Das Bahngeleise (es sind rund 1000 km!) verläuft meistens in Sichtweite der Strasse und überquert die gleichen Pässe wie wir mit den Autos. Streckenweise verläuft das Trassee über Termafrost. Hut ab vor dem, was die chinesischen Ingenieure und Bauarbeiter hier in nur 5 Jahren geleistet haben. Die Bauarbeiten sind abgeschlossen, die Umgebungsarbeiten ebenfalls. Es scheint, dass hier auch in Sachen Umweltschutz eine grosse Leistung vollbracht wurde. Das Ziel von China ist mit dem Erreichen von Lhasa aber noch nicht erreicht, die Bahn soll in den nächsten Jahren weiter bis nach Kathmandu und von dort mit einem Anschluss an das indische Bahnnetz fortgesetzt werden.
Mit der rasanten Entwicklung der Region um Lhasa ist die Strasse von Golmud nach Lhasa als Transportstrecke sehr wichtig. Pausenlos verkehren hier die Lastwagen mit Waren für Tibet. Die Strasse selbst wird ebenfalls ausgebaut. Wir erlebten eine Baustelle mit einer Länge von 200 km! Auf der ganzen Länge wurde gleichzeitig gearbeitet, von Sonnenaufgang bis in die Nacht. Die Arbeiter wohnen in Camps entlang der Baustelle. Bis in 1 oder spätestens 2 Jahren wird die ganze Strecke voll ausgebaut sein.
Die Reise auf dieser Strecke war spannend, es gab viel neues zu sehen, sei es die Technik der Bahn, die Natur, die Menschen, oder das Erlebnis der grossen Höhe. Auf halbem Weg überquerten wir die Grenze in das, was heute als autonome Region Tibet gilt (nicht zu verwechseln mit dem, was einmal Tibet war, das war mindestens doppelt so gross!).
Nachstehend einige Bilder davon:
Energiegewinnung
Tibet hat mit seinen grossen Flüssen riesiges Potential zur Energiegewinnung. Ganz ohne Beeinträchtigung der Natur wird das aber sicher nicht gehen, es ist hier eine Frage der Prioritäten.

Landschaft, Strasse und Pässe
Als (fast) Berner Oberländer konnten wir uns kaum satt sehen an der Bergwelt. Was hier in den Bildern als grüne Hügel erscheint, sind Berge im Bereich von 5000-6000 m, über 6000 m liegt Schnee. Die Autos kamen gut zurecht mit der Höhe, natürlich brachten sie nicht mehr die gleiche Leistung wie auf Meereshöhe, aber auch über 5200 m gab’s noch genug Leistung um die Passstrasse mit flottem Tempo zu meistern. Als sichtbares Zeichen der Höhe rauchten die Motoren natürlich mehr als auf Normalhöhe, und bei einem Start mit kaltem Motor brauchte es Geduld.
Wir spürten die Höhe wesentlich mehr als die Motoren. Bereits kurz nach Golmud erreichten wir eine Höhe von mehr als 4000 m, und in den darauf folgenden Tagen blieben wir immer auf 4000 – 5000m. Erst vor Lhasa ging’s dann wieder auf ca. 3700 m runter. In den ersten Tagen schliefen wir nicht sehr gut, und nach ein paar unbedachten schnellen Schritten bergauf kamen wir sofort pustend zum Stillstand. Nach etwa einer Woche fühlten wir uns aber wieder gut, nur unsere Leistung bergauf ist immer noch merklich eingeschränkt.

Schöner
Rastplatz am Fluss Mit
24 Traktoren auf’s Mal nach Tibet unterwegs

Nomaden
am Strassenrand Schutz
gegen Sandverwehungen

Je
näher wir gegen Tibet kommen, desto mehr Gebetsfahnen Eine etwas fragwürdige Reifen-Reparaturwerkstätte
sind
zu sehen

Endlich:
Schneeberge in Sicht!

Gletscher,
fast zum greifen nahe Strasse
ist auf Termafrost gebaut

Der
erste hohe Pass mit 4767 MüM Und
überall auf den Pässen Gebetsfahnen

Der
bisher höchste Pass ist geschafft, 5232 MüM mit dem Auto, … ein komisches Gefühl.

Am
Übergang zum Namtso-Lake ging’s nochmals recht in die Höhe Edelweiss gibt es fast überall auf den
Weiden.
Die Eisenbahn nach Lhasa
Im Moment verkehren nur 8 Züge pro Tag, und diese sind auf Tage hinaus restlos ausgebucht. Daneben verkehren aber auch Güterzüge. Zusammen mit der ausgebauten Strasse wird mit diesen Verkehrswegen das Tibet vollständig erschlossen. In und um Lhasa herum schiessen denn auch Industriebetriebe aus dem Boden wie Pilze, und ich glaube, dass das nur der Anfang ist. Warten wir ab, bis die Bahnlinie durchgehend bis nach Indien geht, in 10 Jahren wird es wohl soweit sein.

In
voller Fahrt mit 80-100 km/Std über die Ebene, auf 4500 MüM


Mit
Brücken über Stauseen … …
Strassen und Flüsse

Vorbei
an majestätischen Bergen

Kreuzungspunkte

Der
Bahnhof von Damshung, nach chinesischer Art, wohl etwas gross geraten für 8 Züge pro Tag

An
einem Kreuzungspunkt gab’s Gelegenheit für eine nähere … … Besichtigung

Folkloristisches
Wir hatten Glück, entlang unserer Strecke kamen wir an 2 Orten vorbei, wo gerade ein Volksfest im Gange war. Die Tibeter kamen in ihren schönsten Trachten. Sie zeigen sich gerne darin, und wenn sie unseren Fotoapparat sahen, dann posierten sie gleich von sich aus. Natürlich wollten sie dann anschliessend auch das Bild am Bildschirm sehen, dann gab’s grosses Gelächter und alle waren zufrieden. Soweit wir wissen, waren es einfach Sommerfeste, sie dauerten 3-4 Tage. Ein Trachtenfest zum gemütlichen Beisammensein.

Unterwegs
zum Fest, mit Pferd .. oder
Motorrad …

Zu
Fuss.. und
in der Gruppe

Farbenfrohe
Festzelte Die
Zeltstadt

Laura
musste auch mit drauf


Der
Pelzbesatz ist echt! Ob
die Perlen auch echt sind, glaube ich nicht



Jetzt
wollen sie die Bilder sehen Auch
die Kleinen sind festlich angezogen

Beim
Fest gibt’s Hunger, und in der „Beiz“trifft man sich

Das
war am 1. August, … doch
der Festtisch war trotzdem nicht für uns gedeckt!

Zeitvertreib
mit Billard, das gibt’s überall in China Auch
wie überall in China: Die Offiziellen erscheinen mit dem
Toyota
Landcruiser (mit Chauffeur)

Die
Pferde, Stolz der Landbevölkerung

Die
Pferde werden für das anschliessende Schaurennen geschmückt

Sehr
ernst geht’s beim Rennen nicht zu, eher lustig Interessierte
Zuschauer

Polizei
und Armee sind allgegenwärtig, doch alles war sehr friedlich Einsatzbereit, doch nie im Einsatz:
Wasserwerfer
Aus der Tierwelt

Yaks
weiden fast überall in grossen Herden

Scheinbar
geniessen sie zwischendurch auch mal ein Bad Als
Laune der Natur gibt es hin und wieder auch weisse Yaks

Oups,
dem bin ich wohl zu nahe gekommen Pfeiffhasen,
kleine schwanzlose Nager gibt es überall in grosser Zahl
Namtso-Lake und Tashi Dor Einsiedelei
Der Namtso-Lake liegt nördlich von Lhasa auf einer Höhe von 4600m, ist ca. 70x30km gross und leicht salzhaltig. Es ist der zweitgrösste Salzsee Chinas und er gilt als heiliger See. Auf einer kleinen Halbinsel liegt die Einsiedelei Tashi-Dor. Dieser Ort wurde allerdings in den letzten Jahren zu einem Ausflugsziel der Touristen von Lhasa gemacht, und das im grossen Stil. Anstelle der Schotterstrasse erwartete uns eine brandneue Asphaltstrasse, die über den Pass (5190m) und hinunter zum See führt. Vor der Einsiedelei warten Restaurants, Souvenirverkäufer und dutzendweise Mietpferde auf die Touristen. Mit der Ruhe der Einsiedelei ist es damit sicherlich vorbei, aber die Berglandschaft rings um den See hat uns trotzdem sehr gut gefallen.

Am
Horizont grüsst der schneebedeckte Nyenchen Tanghla Tashi Dor von Ferne ….
(7111m).
Durch diese Berge führte die Flucht von Heinrich Harrer
und
Peter Aufschnaiter von Indien nach Lhasa

… und aus der Nähe. Gebetsfahnen überall. Die Zeltstadt mit Souvenirs, Restaurants, usw.

In
der Höhle der Einsiedelei.

Bibliothek Gebetssteine (Manisteine) und unsere Maskotte Scribbler

Vom
Nomadenzelt auf dem Weg zur Arbeit Typisches
Nomadenzelt dieser Gegend. Speziell: Solarpanel und
Asphaltstrasse. Letzere ganz neu, die Nomaden waren
hier lange
bevor es eine solche Strasse gab.

Dazwischen
gibt’s aber auch immer wieder schöne Natur